" " " " " "

Kopfschmerzen sind unterschiedlich



Kopfschmerzen sind manchmal so stark, dass man sich nur in eine ruhige Ecke zurückziehen kann und warten bis es vorbei geht. Dazu kommt diese schreckliche Übelkeit. Die Mitmenschen sind auch keine Hilfe, denn wer keine Kopfschmerzen kennt, kann sich nicht vorstellen wie stark diese sein können, wenn der Kopf so drückt als ob er zerspringen wollte. Die üblichen Tabletten helfen nicht mehr, aber weil sie früher geholfen haben und ja sonst nichts da ist, versucht man es halt weiter. Wenn nur dieses Pochen aufhören würde.

Kopfschmerzen
Und dann gibt es noch diese Kopfschmerzen, die schon beim Aufwachen da sind und den ganzen Tag anhalten. Das dauernde Druckgefühl im Kopf verhindert jeden klaren Gedanken. Trotzdem müssen Sie Ihre Leistung erbringen. Aber wie denn, wenn der Schmerz Sie nicht loslässt. Und am nächsten Tag wird es wieder genau so sein. Freunde sagen schon: "Du bist süchtig", weil man jeden Tag so viele Tabletten schluckt. Dabei soll doch nur der Schmerz endlich aufhören.

Migräne und Kopfschmerz sind weit verbreitet. Man unterscheidet zwischen:

Bei gelegentlich auftretenden Kopfschmerzen ist die Einnahme eines einfachen Schmerzmittels möglich. Treten die Schmerzen aber mehrmals wöchentlich auf, muss von einer Eigenbehandlung dringend abgeraten werden, da diese Medikamente die Magenschleimhaut schädigen (bis zum Magendurchbruch) und über längere Zeit auch die Nieren (bis zum Nierenversagen). Zudem lässt die Wirkung nach, der Patient greift zu immer höheren Dosen, und kann trotzdem keine Schmerzlinderung mehr erreichen.

Da Patienten aber sehr unterschiedlich reagieren, muss für jeden auch eine individuelle Therapie gesucht werden.

Zur Behandlung der Migräne stehen seit längerer Zeit Medikamente (Triptane) zur Verfügung, die in kurzer Zeit eine Reduktion der Schmerzen und der begleitenden Übelkeit bewirken. In den Packungen sind 2 bis maximal 6 Tabletten enthalten, damit diese nicht zu oft genommen werden, da Nebenwirkungen auf die Körperdurchblutung bestehen.

Bei häufigen Anfällen sollte zusätzlich eine Dauertherapie mit Betablockern oder Calziumantagonisten eingeleitet werden, um die Anzahl der Anfälle zu vermindern.

Als alternativmedizinsche Behandlungsart sei hier die Akupunktur genannt. Damit ist bei vielen Patienten eine deutliche Verringerung der Anfallshäufigkeit und Schmerzintensität auch ohne Medikamente zu erzielen. Eine Akupunkturbehandlung ist zwar zeitaufwendiger, aber im entspannten Zustand während der Akupunktursitzung kann im Gespräch mit dem Arzt auch auf andere Probleme eingegangen werden, die vielleicht mitverantwortlich für die Kopfschmerzen sind.

Als neuere Therapiemöglichkeit steht die Verwendung von Botulinustoxin zur Verfügung. Das Medikament wird unter die Haut injiziert und bewirkt für mehrere Monate eine lokale Muskelerschlaffung. Besonders bei sonst schwierig zu therapierenden Fällen von Spannungskopfschmerz oder Migräne können damit Erfolge verzeichnet werden.

Spannungskopfschmerzen gehen häufig vom Nacken aus, sind beidseitig und dauern als dumpfer Schmerz länger als Migräneanfälle. Neben Akupunktur, Tens oder Botulinustoxin können hier Substanzen aus der Gruppe der Antidepressiva verabreicht werden, da diese Medikamente die körpereigene Schmerzabwehr verstärken können.

Da diese Art von Kopfschmerzen häufig von Verspannungen im Bereich der Wirbelsäule verursacht werden, wird eine krampflösende Therapie wie die Neuromodulation oft als sehr angenehm empfunden und wirkt direkt an der Ursache.

Eine zusätzliche Hypnosetherapie kann sowohl eine Muskelentspannung bringen, als auch das besondes bei Kopfschmerzpatienten vorhandene Stressempfinden vemindern.

Clusterkopfschmerz ist eine Kopfschmerzform die oft als solche nicht erkannt wird. Typisch ist der immer einseitige sehr starke Schmerz im Augenbereich. Er tritt mehrmals täglich auf (besonders nachts) und dauert Minuten bis Stunden. Beginnt das Auge zu tränen und die Nase zu rinnen, bedeutet es das nahende Ende des Anfalls. Oft treten anfallsfreie Intervalle für mehrere Monate auf.

Die Therapie unterscheidet sich von anderen Kopfschmerzformen.

Zur Anfallsbekämpfung hilft oft die Gabe von Sauerstoff, als Dauertherapie stehen Calziumantagonisten, Cortison oder Gabapentin zur Verfügung.

Paroxysmale Hemikranie zeigt ähnliche Symptome wie Clusterkopfschmerz. Die Anfälle sind öfter und eher tagsüber. Weil diese Kopfschmerzart besonders auf Indomethacin anspricht wird sie auch Indocidkopfschmerz genannt.

Da länger anhaltende Schmerzen auch oft zur Ausbildung einer Schmerzkrankeit führen sollte darauf immer besonders eingegangen werden.

Zuletzt noch ein Wort zur Medikamentensucht:

Ich möchte behaupten, dass diese Patienten nicht süchtig nach den Schmerztabletten sind, sondern auf der verzweifelten Suche nach Schmerzlinderung. Sobald die Kopfschmerzen durch andere Methoden ausreichend behandelt sind, besteht kein Verlangen mehr nach den Schmerztabletten. Eine Entwöhnung ohne alternative Therapie ist jedoch erfolglos.

Weitere Informationen: